Julia Breit wurde 1978 in Herford (Westf.) geboren. Sie hat lebenslange Erfahrung im Zeichnen und Malen gesammelt, später fand sie auch Zugang zu Fotografie, Installation und verschiedenen anderen Medien. Nach zwei Jahren Kunststudium in Osnabrück übersiedelte sie nach Berlin, um sich von der dortigen Kunstszene inspirieren zu lassen. Dort zeichnete sie Comics und Cartoons, und beschäftigte sich mit Acrylmalerei. Während eines vierjährigen Aufenthaltes bei Manchester (UK) entstanden Fotografien von Miniaturinstallationen und eine Vorliebe für gefundene Objekte. Seit 2014 lebt und arbeitet Julia wieder in Berlin, ihr Schwerpunkt liegt weiterhin auf Malerei und Mixed Media.
ARTIST STATEMENT
Ich wuchs in einer Familie mit stark konservativen Werten auf. In diesem Mini-Patriarchat lernte ich, mich zu zensieren, bis fast nichts mehr von mir übrig war. Schon früh flossen all die Dinge, die nicht sein durften, in Zeichnungen, Malerei und Texte ein. Kunst wurde zur Rebellion, Ausdruck von Unerwünschtem, abgespalten, konserviert wie Saures in Einmachgläsern, die man schütteln und betrachten und zeigen (aber nicht sein) kann. Meine Kunst bleibt Protest und Sichtbarmachen, ist aber auch das Hinterfragen und Dekonstruieren bestehender Normen und letzendlich die Suche nach neuen, eigenen Formen des Seins. Beeinflußt von Comics, der Punk- und Metalszene, Expressionismus und Abstract Art, die meine Wut und Sehnsucht spiegeln, nutze ich Malerei und andere Medien, um meinen eigenen Weg aufzuzeichnen- hin zu grundlegenden Bedürfnissen und einer tiefen Verbindung zur Natur. Meine Hoffnung ist es, auch andere in ihrer individuellen Suche zu bestärken und einen kleinen Beitrag zu einer diverseren und integrativeren Gesellschaft zu leisten. Formal zeigt sich in meinen Arbeiten immer wieder die Dynamik aus den drei Schritten Sichtbarmachung, Dekonstruktion und neu Erschaffen in der Verbindung von „realistischer“ Darstellung, Verfremdung und Abstraktion- teils getrennt in unterschiedlichen Werken, teils vermischt in einem Format.
-eine Serie zur Ausgrabung fundamentaler Erfahrungen weiblich gelesener Personen-
-nach Familienfotos gemalte Kleinformate, ein Versuch der Konservierung von Erinnerungen meiner demenzkranken Mutter, eine Annäherung und eine Entfremdung-
-konstruiert, fotografiert, dekonstruiert -
AUSSTELLUNGEN
2011 Saltaire open arts trail, Bradford UK
2012 this is not an empty space
group exhibition, Melbourne works, Hebden Bridge UK
2012-13 RAS open exhition, Edinburgh
2013 Dean Clough Mill, Halifax UK
2014 Die Dinge 6, mit GEDOK Brandenburg,
Luckenwalde DE