Ich wuchs in einer Familie mit stark konservativen Werten auf. In diesem Mini-Patriarchat lernte ich, mich zu zensieren, bis fast nichts mehr von mir übrig war. Schon früh flossen all die Dinge, die nicht sein durften, in Zeichnungen, Malerei und Texte ein. Kunst wurde zur Rebellion, Ausdruck von Unerwünschtem, abgespalten, konserviert wie Saures in Einmachgläsern, die man schütteln und betrachten und zeigen (aber nicht sein) kann. Meine Kunst bleibt Protest und Sichtbarmachen, ist aber auch das Hinterfragen und Dekonstruieren bestehender Normen und letzendlich die Suche nach neuen, eigenen Formen des Seins. Beeinflußt von Comics, der Punk- und Metalszene, Expressionismus und Abstract Art, die meine Wut und Sehnsucht spiegeln, nutze ich Malerei und andere Medien, um meinen eigenen Weg aufzuzeichnen- hin zu grundlegenden Bedürfnissen und einer tiefen Verbindung zur Natur. Meine Hoffnung ist es, auch andere in ihrer individuellen Suche zu bestärken und einen kleinen Beitrag zu einer diverseren und integrativeren Gesellschaft zu leisten. Formal zeigt sich in meinen Arbeiten immer wieder die Dynamik aus den drei Schritten Sichtbarmachung, Dekonstruktion und neu Erschaffen in der Verbindung von „realistischer“ Darstellung, Verfremdung und Abstraktion- teils getrennt in unterschiedlichen Werken, teils vermischt in einem Format.